Scrum Master Agile Coach Unterschiede

Scrum Master Agile Coach Unterschiede - Agilisten werden gebraucht. In dieser UND der anderen Rolle.

Irrtümer gehören geklärt – und vorher besprochen

… und warum der ‚Pfad der Tugend‘ verlassen wird

Die Nachfrage nach agilen Profis nimmt auf dem Markt exponentiell zu. Diese Profis werden zum Glück gebraucht! Gleichzeitig gibt es eine Menge Verwirrung hinsichtlich der Scrum Master Agile Coach Unterschiede – und auch deren Gemeinsamkeiten. Wofür braucht der Kunde einen Agilen Coach, wenn die Teams bereits von Scrum Mastern trainiert werden? Es ist wichtig zu verstehen, dass es Ähnlichkeiten, aber auch klare Unterschiede zwischen den beiden Rollen gibt. Ich löse hier ein paar Irritationen auf.

Sowohl Scrum Master als auch Agile Coach, sind dafür verantwortlich, eine agile Denkweise in ihren jeweiligen Organisationen zu entwickeln. Wenn es denn dann wirklich so ist.

Die WirtschaftsWoche zeigt in ihrem Blog eine „fragwürdige“ Wahrheit, die ich aus Erfahrung nicht leugnen kann. Lesen Sie selbst.

WiWo, Blog, Management, 28.01.2020

Wobei Organisationen ein dehnbarer Begriff ist. Auch die Techniken, mit denen sie ihre Team(s) fördern und unterstützen, sind ähnlich. Der Unterschied liegt in ihrem Umfang und in der Richtung ihrer Arbeit. In diesem Artikel werden wir die wichtigsten Unterschiede zwischen Scrum Master und Agile Coach erläutern und sehen, wie sie sich ergänzen und dabei entscheidende Rollen in ihrem Aufgabengebiet spielen. In beiden Fällen ist es essentiell zu wissen, dass hier den jeweiligen Rollen gewisse Freiräume gewährt werden sollten, damit diese ihr erfolgreiches Wirken ausbauen können.


Ein Irrtum ist, dass diese Freiräume nicht oder weniger notwendig sind. Dieser Irrtum ist teuer und wird, sofern er nicht rechtzeitig besprochen wird, sich selbst nach 6-9 Monaten auflösen. Die agierende Person in dieser Funktion hat die Rolle verlassen. Das zeit- und notwendige Vertrauen, was sich aufbauen sollte, wird damit unterlaufen. Auf allen Seiten. 


Scrum Master Agiler Coach Unterschiede

Unterschied: der Scrum Master der Agile Coach
Schwerpunkt · Arbeitet mit dem Scrum-Team 
· wendet Scrum- Methoden an
· (mehr operativ). Basis ist:
· das Scrum Framework.
 Arbeitet mit mehreren agilen Teams,
auch übergreifend, definiert prozessual,
was wie zu tun ist und wer es tut, etc.,
prüft Methoden auf Funktionalität,
multipliziert gute Verbesserungen
aus einem Team in andere Teams.
Wissensbasis 

· Scrum-Übungen
· Team-Bildung
· Kommunikation
· Menschenkenntnis
· notw. Emphatie

 Scrum, andere Frameworks, skaliert
Kanban, Design Thinking, Kenntnisse aus
Psychologie, Okonomie und Wirtschaft,
ggfls. Philosophie, Kommunikation (bis
CxO-Ebene), Rhetorik, Führung und
Management seines Einflussbereiches
Erfahrungen · Weniger als 5 Jahre in Scrum
· erkennt Dynamiken im Team
· spornt an / pflegt Statistik
· beseitigt Team-Impediments
 

Über 5 Jahre in mehreren Frameworks,
strategische Planung, Change Management,
Weitsicht (im lonterm), erkennt (bearbeitet)
übergreifend gruppendyn. Beziehungen,
coacht und leistet Hilfe bei diagonalen
„Störungen“, die das Gesamtziel treffen,
verbessert Kommunikation & Verständnis 

Umfeld 

· operativ, mehr IM Team
· verantwortlich für Erfolg

 strategisch, übergreifend, mit den
Scrum Master(n) zusammen
Arbeit (parallel) AN den Teams
gerne in Funktion als Coach / Agilist
/ Beobachter / Moderator,
dann Facilitator / Berater 
     
Std. Satz
(freiberuflich)
 um die 90€ / je nach
Kontext / Aufwand
ggfls. verhandelbare Boni
 um die 125€ / je nach
Kontext / Gesamtaufwand
Bonus bei Zielerreichung
Gehalt,
(angestellt)
 um die 100 T€ per anno,
ggfls. Zulagen
 um die 150 T€ per anno,
ohne Gratifikationen

Der Scrum Master

Als Moderator eines agilen (Entwicklungs-) Teams ist ein Scrum-Master für das Verwalten und Optimieren des Informationsflusses verantwortlich. Der Scrum-Master verhält sich wie ein Anführer (IST aber nicht DER Anführer) für sein Scrum-Team und konzentriert sich dabei auf ein einzelnes Team oder höchstens auf ein paar Teams. Er ist mit allem, was am Arbeitsplatz stattfindet, auf dem neuesten Stand und kennt das gesamte Team in- und auswendig.

seine Rolle und Verantwortung

  • Der Scrum Master agiert im Team mit seinen Team Kollegen
  • Dabei stellt er sicher, dass das Team gut geschult ist und in
  • Übereinstimmung mit dem Scrum-Framework und den Agile-Praktiken arbeitet bzw. laufend korrigiert wird.
  • Er achtet auf die sinnvolle Umsetzung der scrumeigenen Events, um sein Team gesamt und einzelne Mitglieder zu schützen. Dabei
  • behebt der Scrum Master Impediments (Störungen), die durch Hindernisse erzeugt werden. D.h., durch
  • aktives antizipieren, identifizieren, verfolgen und entfernen von Hindernissen, mit denen das Scrum-Team konfrontiert ist.
  • Seine Erfahrung und lokale Weitsicht lassen vermeidbares keinen Raum greifen, wobei der Scrum Master
  • den Scrum Prozess nicht nur verwaltet, sondern auch den gesamten Umfang (auf der Zeit- und in der Projektachse) steuert
  • Das erreicht der Scrum Master durch permanente Kontakt mit dem / den PO, den Stakeholdern und anderen beteiligten Personen.

Agile Coach, das Verständnis

Und wo sind jetzt die Unterschiede? Es sind einige entscheidende, die sich auf Inhalte und Aktionsrichung beziehen. Vorab: Gerade die Aktionsrichtung, also wird mehr nach innen in das Team oder mehr nach aussen in die gesamte Organisation gearbeitet, macht den Unterschied. Im Einzelnen:

Es wird erwartet, dass der Agile Coach ein tiefes Verständnis für mehrere agile Methoden hat, die über das Scrum Framework hinausgehen. Es ist auch von Vorteil, wenn Beziehungen zwischen diesen Methoden und der aktuellen Passgenauigkeit einer oder Teilen davon MIT und ZU den Teams hergestellt werden können. Nicht immer passt im Kontext eines Teams, bloss weil diese (Software) entwickeln, automatisch Scrum oder eine Skalierung. Der Agile Coach hat hier den Überblick, empfiehlt und berät, wobei der die ihm bekannten Scrum Master darauf hinweist und seine Beobachtungen aktiv teilt.

Das Hauptaugenmerk eines Agile Coach liegt weniger auf der Unterstützung einzelner Teammitglieder, sondern weitaus intensiver auf der Implementierung einer agilen Arbeitsmethode (oder einer angepassten Mischform, je nach Kontext) in einer Organisation. Im Gegensatz zu Scrum Master ist ein Agile Coach nicht Teil eines bestimmten Scrum-Teams. Das ist der Job des Scrum Masters. Die Rolle eines agilen Coach sieht die gesamte Mannschaft. (siehe Beitragsbild).

Dazu gehören die Abstimmungen, Spannungsfelder, Interaktionen, Wechselwirkungen und Potentiale ist dabei unabhängig von einzelnen Einflüssen. Insbesondere des Managements, das (wieder mal) mit Cargo-Cult oder Partikularinteressen das übergeordnete Bild zu den Dingen, die zu erledigen sind, mit einem ‚egenen‘ Farbfilter versehen will, um sich selbst besser zu positionieren oder einfach nur eigene Wünsche ‚durchstechen‘ will. Somit hat der Agile Coach die wichtige Verantwortung, verschiedene Teams oder das Management zu coachen. Es gilt, eine Ausrichtung die Bestandteil seines Auftrages ist, zu implementieren.

Ein Agile Coach arbeitet somit direkt MIT den Teams (als Einheit) oder über das Teammanagement dieser Einheiten. Darüber hinaus arbeitet der Agile Coach eng mit Scrum Masters und Managern zusammen, um die Beweglichkeit eines Teams in der Gesamtkonstellation aller Teams zu erhöhen.

Rolle und Funktion eines agile Coaches

Was macht ein Agile Coach?

Das Ergebnis seiner Arbeit sind (Wortspiel) einerseits veränderte Prozesse in einer Orga, und andererseits auch eine Orga, die ihre Prozesse bei Bedarf selbstständig verändert, denn die Prozesse sind „nur“ ein von außen zu sehender Aspekt der Veränderung. Gerade dieser Umstand ergibt für externe Beobachter den Vorteil, ohne die bekannte Betriebsblinheit auf die Prozesse zu sehen (Hubschrauber-Perspektive). In der Zusammenarbeit haben sich dann auch die gelebten Werte, Glaubenssätze, Fähigkeiten und das Wissen der einzelnen Personen in der nun selbstwirksamen Organisation verändert sollten zumindest).

Der elemetare Unterschied zu einem Unternehmensberater ist, dass dieser (oft) eine fertige Ausarbeitung übergibt (und dafür bezahlt wird). Der Coach unterstützt und begleitet den Klienten / Auftraggeber auf dem Weg, die anstehenden Aufgaben, gerade mit seiner externen Betrachtungsweise) selbst(!) zu lösen. Das macht es somit für einen Außenstehenden unmöglich, DIE „richtige“ Lösung vorzuschlagen. Kleiner Hinweis: Es gibt keine EINE richtige Lösung, die per Definition immer passt, weil jeder Auftraggeber / Klient sein eigenes „richtig“ definiert.

richtige Lösungen finden / unterbreiten

Deshalb ist es viel wichtiger als die „richtige“ Lösung, für den einen, aktuellen Moment die kontinuierliche Anpassung der Prozesse an sich ändernde Bedürfnisse – des Auftraggebers / Klienten zu zeigen. Bei allen Arbeiten in Organisationen ändern sich die Gegebenheiten (also der Kontext) signifikant auf monatlicher, wöchentlicher und manchmal täglicher Basis.


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