Scrum Master Agile Coach Unterschiede

Scrum Master Agile Coach Unterschiede - Agilisten werden gebraucht. In dieser UND der anderen Rolle.

Um es sehr konkret zu (be-)schreiben: Was tun wir als Agile Coaches?

  1. Reflektieren oder Spiegeln
    Ein Coach beobachtet und reflektiert Beobachtungen seines Klienten / Auftraggebers, die ihm dabei helfen können, sich dieser Vorkommnisse bewusster zu werden. Im agilen Kontext braucht diese Fähigkeit praktische Erfahrung und eine sehr helle, scharfe Beobachtungsgabe gepaart mit Parallelen aus anderen oder verschiedenen Organisationen.

    Das hilft, die Mechanik hinter der Agilität zu kennen. Genauso hilft es, in der Realität deren (Nicht-)Anwendung zu erkennen und das Gesehene wertschätzend zu kommunizieren. Reflektion ist ein laufender Teil von agilem Coaching – quasi ein Grundrauschen. Am Anfang einer Zusammenarbeit bietet sich die Gelegenheit (sollte zumindest) für eine explizite Zeit der Beobachtung und Reflektion, was je nach Umfang mehrere Wochen dauern kann. Das erzeugt einerseits eine Menge Wert (= valide Daten) und hilft andererseits dem Coach und der Organisation einander kennen zu lernen. Gut berate ist, jetzt, erst jetzt auf Basis von Fakten mögliche weitere Schritte zu definieren.
    Ja, es besteht eine Analogie zu einem praktizierenden Arzt, der seine Profession ernst nimmt: Erst Daten, dann Diagnose, dann Therapie.
  2. (Bei Bedarf) Training (wobei es dafür Trainer gibt)
    Wenn es für den Auftraggeber / Klienten hilfreich ist, kann der Agile Coach (auch) die Rolle eines Trainers einnehmen, um Inhalte interaktiv zu vermitteln. Typische Themen solcher Trainings sind Agilität, Produkt Owner, Scrum Master, insbesondere bessere Kommunikation oder artverwandte Methodiken (Mischformen) in großen Organisationen. Hierbei ist anzumerken, dass dann dder Coach seine originäre Aufgabe etwas vernachlässigt: Wer Trainings gibt, kann nicht so (intensiv) gut beobachten.
  3. Coaching (Menschen, Teams, Orgas, Strukturen)
    Wenn eine Organisation die ersten Schritte in die Agilität geht, bedeutet das oft ein Loslassen der Führungspersonen – weniger direkte Anweisungen, mehr Entscheidungsraum für die Geführten. Dieses Loslassen ist kein passives Nichts-Machen und Beobachten und kann / wird Wiederstand erzeugen, denn es soll Macht abgegeben werden. Im Gegenteil, weniger direkte Anweisung bedeutet, dass diese Personen auf einer anderen Ebene oder Kontext anfängt, mehr selbst zu machen. Mehr Kontext und Rahmen klar machen und gestalten, mehr direkte Interaktionen fördern, mehr Fragen stellen etc. Das ist ein persönliche Transformation, bei dem die Unterstützung durch einen erfahrenen Coach notwendig ist. Um es deutlich zu sagen (ein Beispiel:) Der „Abt. Leiter“ auf der Visitenkarte – verschwindet.

    Die Führung sollte dann lernen, „am System“ zu arbeiten anstatt wie bisher „im System“ – als eins der größeren Zahnräder Somit gibt es für die Geführten typischerweise dann auch neue Herausforderungen. Für dieese geht es darum, in den neuen Bereichen mehr Verantwortung zu übernehmen. Mit neuer Verantwortung kommt die neue Möglichkeit, darin zu scheitern. Dieses Scheitern ist im agilen Kontext aber notwendig, um Verbeserungspotentiale aufzuzeigen. Ein Coach hilft im bewussten Umgang mit den damit verbundenen Ängsten. Oft ist es dann so, dass am Ende die eigenen (Lern-)Erfolge und die neuen Gestaltungsmöglichkeiten die Ängste überwiegen und ein neues Gleichgewicht hergestellt ist.
    In großen Organisationen bestimmen Organisationsstruktur, also die Adaptivität, stärker als alle anderen Faktoren. Organisationsstruktur bedeutet hier: Hierarchien, Rollen- und Teamdefinitionen und damit zusammenhängende Verantwortungsstrukturen, Gehaltsstrukturen und Anreizsysteme, Budgetplanungsprozesse etc. In kleinen Organisationen können mögliche Dysfunktionen, die aufgrund von nicht durchdachter Struktur entstehen, schnell in intensiven und auf jeden Fall persönlichen Gesprächen behoben werden. Schließlich kennen sich die meisten Mitarbeiter noch und es gibt eine persönliche informelle Verbindung zwischen den verschiedensten Hierarchieebenen. Das verändert sich mit der Größe der Organisation.
  4. Facilitation (Machen)
    Die Herausforderungen in Orgas sind oft das Finden von Lösungen, gepaart mit einer zweifelsfreien Kommunikation und das Treffen gemeinsamer, weitreichender Entscheidungen. Im Wandel ist das weder einfach noch leicht. Somit hilft der Coach als erfahrene ‚Ermöglicher‘, schwierige und komplizierte Probleme schnell in Gruppen zu lösen. Hier gibt es eine klare Grenze: Der Coach, siehe oben, mach nicht (alles) selbst, sondern zeigt Mittel und Wege auf, wie es gemacht werden kann oder sollte. Für die Umsetzung ist dann der Auftraggeber / Klient in der Pflicht, damit nicht da Zerrbild einer „verkappten, temporären, externen Ressource“ entsteht.

Die Grenze zeigt hier direkt in das Bild eines Interim-Managers, was eine andere Beschreibung ist.

Fazit zum Agile Coach

  • Der Agile Coach bietet neue Tools und Techniken an, um eine gesunde Gruppendynamik zu fördern. Dazu nutzt er
  • seinen Erfahrungen und ein gut gefüllter Koffers mit wirksamen Lösungen sind dafür sein Werkzeug
  • Der Agile Coach stellt sicher, dass die Teams im Kontext des Gesamtauftrages effektiv zusammenarbeiten. Beispiel:
  • Implementierung von Scaled Agile Framework (SAFe), das eine aktive Koordination auf Team- und Unternehmensebene erfordert.
  • Durch die ausgeprägte Beobachtung kann der Agile Coach einzelne Mitarbeiter sowie die verschiedenen Teams, ebensao aber auch Führungskräfte, auf ihre Stärken und Schwächen aufmerksam machen, um so eine kollektive. agile Denkweise zu entwickeln, die
  • der Agile Coach natürlich laufend und iterativ überprüft und im Fortschritt des Auftrages laufen anpasst und weiter optimiert.

Unterschiede werden klar – zu selten angewendet


so wie … sie ist.

Die Rollen eines Agile Coach und eines Scrum Master werden (oft und leider immer noch) synonym verwendet, was als riskant und irreführend interpretiert werden kann. Obwohl die Rollen von Agile Coach und Scrum Master viel gemeinsam haben, gibt es die obigen Unterschiede, die sich in Umsetzung, Strategie und auch Verantwortuung und Vergütung wegen des erhöhtem Aufwandes darstellen. Ein Agile Coach beschäftigt sich mit den Prozessen und weniger mit den Inhalten eines Vorgehens. Diese Coaches sind am gefragtesten, wenn ein Unternehmen auf agiles Arbeiten umsteigt.


Sie können aus beiden Rollen die jeweiligen Vorteile ziehen. Es macht Sinn, die Unterschiede zu erkennen, um im Fortgang eines Engagements oder Beauftragung nicht in die Falle der nicht erfüllten Erwartungen zu tappen. Sie sind gut beraten, wie Sie die Fähigkeiten der jeweiligen Rollen klug einsetzen, um das Beste (aus Ihrem Invest) zu machen, Und: Um die Vorteile einer agilen Einführung effektiv und sinnvoll zu nutzen.


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